kunsthalle weishaupt

Alexander Kluge – DIE MACHT DER MUSIK

DIE OPER – Tempel der Ernsthaftigkeit
20. Oktober 2019 – 19. April 2020

„Ohne Musik wäre alles Leben ein Irrtum.“

Alexander Kluge (*1932 in Halberstadt) – Jurist, literarischer Autor, Filmemacher und einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films – wählte dieses Zitat von Friedrich Nietzsche als Slogan seines mehrteiligen Ausstellungsprojektes, in dem sich alles um DIE MACHT DER MUSIK dreht.

In der kunsthalle weishaupt und im Museum Ulm inszeniert er mit neuesten Filmarbeiten, Textpassagen, Bildwerken und künstlerischen Interventionen ein lustvolles Feuerwerk der Eindrücke. In ihnen verdichtet sich DIE OPER, diese historische Bühne der Ernsthaftigkeit, mit all ihrem Drama, ihrer Poesie und Innerlichkeit, mit ihren fantastischen Übertreibungen und traumwandlerischen Erzählungen zwischen Sehnsuchtsort und Moloch zu einer berauschenden Chronik der Gefühle.

Wie in einer neuzeitlichen Wunderkammer werden Neugier und Staunen geweckt, wenn Kunst, Wissenschaft und Musik zueinander finden. Mit archäologischem Gespür untersucht Alexander Kluge die emotionalen und sozial-psychologischen Möglichkeiten der Oper als berührender und bewegender Wellengang in einer von Rationalität und Kalkül geprägten Zeit. Den Algorithmen unserer Zeit fehlt das Gefühl. Das Themenrepertoire der Oper hingegen schöpft aus der seelischen Erregung und findet seinen Ausdruck in der ergreifenden Macht der Musik – mal feurig, mal exzentrisch, mal leidenschaftlich, mal von Traurigkeit und Melancholie geprägt.

Die Ausstellung Alexander Kluges, der zusammen mit Edgar Reitz im Jahre 1961 das Institut für Filmgestaltung an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm gegründet hat, wagt eine erkenntnisreiche Verbindung von Musik und Sachlichkeit. Sie findet ihren Widerhall in der klaren und strengen Architektur der kunsthalle weishaupt. Der Ausstellungsteil im Museum Ulm rückt das Theater Ulm, mit dem Alexander Kluge eine lange und intensive Zusammenarbeit verbindet, selbst in den Mittelpunkt des Geschehens.

Im unmittelbaren Dialog mit bildnerischen Arbeiten von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern wie Georg Baselitz, Thomas Demand, Katharina Grosse, Anselm Kiefer, Sarah Morris, Thomas Thiede oder Anna Viebrock und ausgewählten Werken aus der Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt beginnen die diversen Zutaten dieser Ausstellung wie in einer künstlerischen Alchemistenküche erkenntnisreich zu brodeln.

 

Gefördert durch die