kunsthalle weishaupt

Intermezzo – Die Sammlung als Zwischenspiel

Ausstellungsansicht 2. Etage mit Skulpturenterrasse; Foto: Daniel Scheffold

ab 30. Mai 2020

In einer ebenso spielerischen wie spannungsreichen Präsentation treten bislang nie gezeigte Arbeiten mit beliebten Highlights aus der Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt in Dialog – ein heiteres und zugleich ernsthaftes Intermezzo.

Unabhängig von ihrer chronologischen Abfolge und kunsthistorischen Klassifikation folgt die Ausstellung dabei einer thematischen Anordnung. Medienübergreifend stehen sich Werke unterschiedlichster Künstler gegenüber, wodurch sich ein interepochales Wechselspiel der Ausdrucksformen und Materialien ergibt.

Durch atmosphärische Dichte zeichnet sich ein Raum der Stille und Kontemplation mit Werken von Mark Rothko und Gotthard Graubner aus.

Den Themen Natur, Pflanzen und Wasser widmen sich farbenfrohe Landschaftsmotive von Julian Schnabel, Markus Oehlen und Imi Knoebel, die um bekannte Meisterwerke der Sammlung wie die Flowers von Andy Warhol und die großformatigen Wandreliefs von Tom Wesselmann thematisch ergänzt werden.

Einen weiteren Aspekt der Ausstellung bilden Arbeiten, die ihren Impuls aus Zahlen- und Schriftsystemen beziehen, wie beispielsweise Roman Opalkas unendliches Projekt fortlaufender Zahlenreihen. Das Verrinnen der Zeit, die Suche nach Unendlichkeit – existenzielle Themen wie diese aus poetischen Werken deutscher Dichter bilden auch den Ausgangspunkt weiterer künstlerischer Beiträge von Robert Longo und László Lakner. Als Brückenschlag zur Literatur erscheint in großen Lettern Nietzsches dichterisch-philosophisches Werk „Also sprach Zarathustra“ an der Ausstellungswand.

Den Höhepunkt der Sammlungsschau bildet eine Komposition von Werken, die Transformation, Wandel und Vernetzung thematisieren, wobei spannende Perspektiven auf aktuelle sowie zukünftige globale Entwicklungen eröffnet werden. Einige der Arbeiten werfen die Frage nach objektiver Dokumentation im Gegensatz zu künstlicher Inszenierung auf, andere vereinen scheinbare Gegensätze wie Chaos und Ordnung und münden in einem Appell an der Schaufront der Kunsthalle: USE THE FUTURE. So verkündet es der aus Neonröhren geformte Schriftzug von Maurizio Nannucci.

Als Kontrast zu bisher oftmals konstruktiv geprägten Ausstellungen betont die aktuelle Sammlungsschau die großformatige Geste, den spontanen Schaffensablauf und den dynamischen Bewegungsfluss als weiteren spannenden Akzent innerhalb der Sammlung.

Zu sehen sind Werke von Robert Barry, Piero Dorazio, Maurizio Nannucci, Imi Knoebel, Jannis Kounellis, Robert Longo, François Morellet, Markus Oehlen, Roman Opalka, Mark Rothko, Andy Warhol, Julian Schnabel, Tom Wesselmann und andere.